26. Juli 2012

Beschwerdemanagement.

Nichts geht gegen das Beschwerdemanagement unserer Firma. Der Eifer, mit jeder noch so popeligen Beschwerde nachgegangen wird, ist beeindruckend.
Und so rief mich heute ein Herr der neudeutsch genannten Customer-irgendwas-Abteilung an: er hätte da eine Frage zu einem Flug, auf dem ich geplant gewesen war, und er befragt gerade die gesamte Crew. Ein Gast würde Regressansprüche gegen unsere Firma stellen, und er würde mich gerne zu den Vorkommnissen befragen. Nicht, dass solche Anrufe der Firma Alltag wären. Die bekommt man so ziemlich: nie. Ich schielte schon nach der Flasche Klosterfrau Melissengeist, die für nervenaufreibende Tage in der Küche parat steht - hatte sich jemand auf einem meiner Flüge lebensgefährlich verletzt, ist die Treppe runtergefallen, von einem Rollkoffer im Bin erschlagen worden und ich habe es nicht gemerkt? Herr im Himmel.

Also gut. Klosterfrau griffbereit.

Die Geschichte ging kurz gefasst so: Pax beißt herzhaft in ein Stück Kirschkuchen. Aber auch auf einen Kirschkern, der sich darin fieserweise versteckt hat. Und dann: Krone kaputt. Und die Crew hätte das Leid des Gastes vollkommen ignoriert. Jetzt soll unsere Firma die Zahnarztrechnung begleichen - wenn wir schon weder erste Hilfe leisten noch Kuchen ohne Kirschkerne backen konnten.

Ich hatte Mühe, die Fassung zu wahren. Es gab nämlich keinen Kirschkuchen. Es gibt auf besagter, ellenlanger 25-minütigen Strecke an von uns servierten kulinarischen Köstlichkeiten nur genau dies:

Nüscht.

Was soll ich sagen? Ich liebe meinen Beruf. Die unkontrollierbaren Lachanfälle, die mir manchmal beschert werden, sind Gold wert. Und Lachen ist ja bekanntlich gesund.