5. November 2009

Flughafen Frankfurt.

Wer hat eigentlich Schuld an meiner Berufswahl? Ich sage: der Flughafen Frankfurt. Gut kann ich mich an einige Besuche in meiner Kindheit erinnern - und besonders an das Gefühl, am wirklich kosmopolitischsten Ort auf der (damals für mich noch kleinen) Welt gelandet zu sein. Ein Teil davon sein, das habe ich mir damals wohl fest vorgenommen.

Der Flughafen Frankfurt fasziniert mich immer noch, mittlerweile aus anderen Gründen. Aus flughafenarchitektonischen Gesichtspunkten ist Frankfurt eine Katastrophe, und mit jedem Um-, Aus- oder Anbau wird man als Mitarbeiter oder Passagier mit einer neuen Scheußlichkeit überrascht. Mein kindliches Vorhaben, irgendwann einmal jeden Winkel dieses Riesenkomplexes kennengelernt zu haben, hat sich vor langer Zeit in Luft aufgelöst. Und ich gehöre mittlerweile selbst zu den Leuten, die es tunlichst vermeiden, bei Privatreisen ab Frankfurt zu fliegen. Zu groß die Angst, beim Aussteigen in Terminal B zu erfahren, dass der Weiterflug an A40 stattfindet, Boarding in zehn Minuten.

Frankfurt-Geschädigte wissen, was dann folgt: Turnschuhe an, Trolley umgeschnallt und ohne Rücksicht auf Verluste über alle anderen Paxe hinweg die Treppe runter durch den Tunnel mit der Meditationsbeleuchtung und der beruhigend wirkend sollenden Musik (die ganz nebenbei das eigene Aggressionspotential auf ungeahnte Höchststände bringen) auf dem immer kaputten Laufbahn entlang dann die Treppe wieder hoch gaaaaanz hinten durch um die Ecke rum bis endlich das Gate A40 am Horizont erscheint - um sich dann ein bestimmtes "Der Flug ist geschlossen" am Gate abzuholen.
Nächster Flug geht ab A05. Also wieder: Beine in die Hand und los.

Was sind eure Erfahrungen am Flughafen Frankfurt?

Kommentare:

  1. Frankfurt ist tatsächlich von allen deutschen Flughäfen mittlerweile der schlechteste. Nicht nur, daß die Wege lang und länger werden, auch das mittlerweile komplett an 1-Euro-Jobber outgesourcete Flughafenpersonal zählt zum unfreundlichsten und inkompetentesten meines Erfahrungskreises (und der ist gewiss nicht klein). Das ging so weit, daß es alleine dem Fraport zu verdanken ist, daß ich seit 2003 nicht mehr innerdeutsch fliege, was, aus Umweltgesichtspunkten, ein Plus für FRA ist.

    Grüße

    pj

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  2. @PJ: Finde ich nicht, ich blogge ab und zu darüber, weil ich zweimal die Woche am Frankfurter Flughafen bin. Wenn man die langen Wege kennt, muss man sich eben vorher zeitlich drauf einstellen. Selbst ein verlorener wurde letztlich zu meiner Zufriedenheit nach Hause geliefert. http://www.murmeltiertag.net/?p=4103

    Ich mag diesen kleinen Kosmos aus Fernweh und Business ;-)

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  3. Hallo!
    Also seit 2 Jahren fliege ich auch immer häufiger. Sowohl innerdeutsch, europäisch ab und an und in den letzten Jahren in den Urlaub nach Seoul, Peking oder New York.
    Wenn man den Vergleich hat mit Dreh- und Umstiegsflughäfen wie Heathrow, Paris oder Amsterdam fällt ein Vergleich mit Frankfurt relativ positiv aus.
    In Heathrow und Paris rennt man immer zu seinem Flieger, muss immer wieder durch eine extra Kontrolle und durch kleine Gänge mit seinem Gepäck eilen. Flüge zu verpassen oder Gepäck zu verlieren ist hier quasi im Flugpreis mit inbegriffen ;-)
    Frankfurt selbst finde ich ein wenig unübersichtlich, aber für den größten Flughafen in D dennoch i. O.
    München und Düsseldorf sind natürlich super Konkurrenz und dagegen sehr gepflegte Airports!
    Am Frankfurt gefällt mir aber vor allem die Alternative Air&Rail, was es so wie dort nirgends woanders gibt.

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